Häufig gestellte Fragen - Urlaub in der EU, dem EWR und der Schweiz

Auf was muss ich achten, wenn ich Gesundheitsleistungen im Ausland in Anspruch nehme (EU, EWR + Schweiz)?

Es ist zwischen einer Notfallversorgung (notwendige Gesundheitsversorgung) und geplanten Gesundheitsleistungen zu unterscheiden. Die Erstattungsbedingungen sind je nachdem, ob es sich um eine Notfallversorgung oder um geplante Gesundheitsleistungen im Ausland handelt, unterschiedlich.

Notfallversorgung (notwendige Gesundheitsversorgung während des Aufenthalts)

Im Fall eines Auslandsaufenthalts (Ferien, Studium, Entsendung, ...) wird die eventuell in Anspruch genommene notwendige Gesundheitsversorgung durch die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) abgedeckt.

Bei Vorlage der EHIC oder einer Ersatzbescheinigung haben Sie im Land Ihres Aufenthalts zu den gleichen Bedingungen wie dort Ansässige, Recht auf Zugang zu Gesundheitsleistungen.

Geplante Gesundheitsleistungen

Es kann sein, dass Sie sich bewusst für eine Behandlung im Ausland entscheiden.

Im Fall einer stationären Behandlung

Im Fall einer stationären Behandlung benötigen Sie die vorherige Zustimmung aus Luxemburg, damit die Gesundheitsleistungen übernommen werden. Bei Vorlage eines Überweisungsantrags, der von einem Facharzt ausgestellt wurde, und nach einer befürwortenden Stellungnahme des CMSS sind zwei Arten von Genehmigung möglich.

  1. Entweder die CNS stellt ein Formular S2 aus, das Ihnen die Übernahme von geplanten Behandlungen im Behandlungsland gemäß den dort anwendbaren Sätzen und Tarifen garantiert.
  2. Oder die CNS stellt eine Genehmigung gemäß Richtlinie aus, d. h. ein Schreiben, das Ihnen bestätigt, dass die Behandlungen genehmigt sind und dass ausgehend von quittierten Rechnungen, eine Erstattung in Höhe des luxemburgischen Tarifs erfolgt (es wird natürlich nicht mehr als die tatsächlich angefallenen Kosten rückerstattet).

Im Fall einer ambulanten Behandlung (im Krankenhaus ohne Einweisung oder außerhalb des Krankenhauses, z. B. in einer Arztpraxis, ...

Im Fall einer ambulanten Behandlung (im Krankenhaus ohne Einweisung oder außerhalb des Krankenhauses, z. B. in einer Arztpraxis, ...) ist keine vorherige Zustimmung notwendig. Wenn die Behandlung im Rahmen von hochspeziellen und kostspieligen Infrastrukturen oder medizinischen Einrichtungen in Krankenhäusern erfolgt, ist eine Genehmigung erforderlich. Die geplanten ambulanten Gesundheitsleistungen werden von Luxemburg zu den anwendbaren luxemburgischen Sätzen und Tarifen rückerstattet.

 

Welche Gesetzgebung ist im Fall einer Notfallversorgung in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union, in der Schweiz, Island, Liechtenstein oder Norwegen maßgebend?

Falls sich anlässlich eines vorübergehenden Aufenthalts in einem EU-Mitgliedsstaat, der Schweiz, Island, Liechtenstein oder Norwegen und unabhängig vom Grund des Aufenthalts (Urlaub, Studium, Entsendung, ...) ein unmittelbarer Zugang zu Gesundheitsleistungen als notwendig erweisen sollte, ist Ihre Behandlung durch Ihre Europäische Krankenversicherungskarte abgedeckt.

Die europäische Karte belegt, dass Sie im Land Ihres Aufenthalts unter Berücksichtigung der Art der Leistungen und der geplanten Dauer des Aufenthalts, Anspruch auf Gesundheitsleistungen haben, die aus medizinischer Sicht notwendig sind. Sie haben also aus medizinischer Sicht Anspruch auf eine Behandlung, die gewährleistet, dass Sie Ihren Aufenthalt nicht unterbrechen müssen, um sich behandeln zu lassen.

Die Europäische Krankenversicherungskarte gewährt Ihnen das Recht auf die gleiche Behandlung, die auch Ansässige im Land Ihres Aufenthalts bekommen. Das gilt für die Methoden/Bedingungen ebenso wie für die Preise der in Anspruch genommenen Leistungen.

 

Wann und wie kann ich meine europäische Krankenversicherungskarte nutzen?

Die europäische Karte kann in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz genutzt werden, wenn eine Behandlung unter Berücksichtigung der Dauer des temporären Aufenthalts notwendig wird, egal, ob es sich um Urlaub, ein Auslandsstudium oder Entsendungen handelt. Durch ein bilaterales Abkommen mit den jeweiligen Ländern gilt die Europäische Krankenversicherungskarte auch bei einem Aufenthalt in Mazedonien, Serbien und Montenegro.

Ihre Europäische Krankenversicherungskarte ist auf Ihren Namen ausgestellt und kann nur von Ihnen genutzt werden. Wenn Sie nicht mehr in dem Land, das die Karte ausgestellt hat, versichert sind, darf die Karte auch nicht mehr genutzt werden. Die Karte bescheinigt, dass Sie im Mitgliedsland Ihres Aufenthalts Anspruch auf medizinische Behandlungen haben, die erforderlich sind, damit Sie Ihren Aufenthalt zu medizinisch gesicherten Bedingungen fortsetzen können, anstelle gezwungen zu sein, Ihren Aufenthalt zu unterbrechen, um sich zu Hause behandeln zu lassen. Die Vorlage der europäischen Karte garantiert Ihnen die Übernahme oder die Erstattung der angefallenen medizinischen Kosten vor Ort. Sie haben daher die Möglichkeit, sich die entstandenen Kosten direkt von der Kasse Ihres Aufenthaltsortes erstatten zu lassen.

 

Wann und wie kann ich meine europäische Krankenversicherungskarte nicht nutzen?

Die Karte kann nicht genutzt werden, wenn die Behandlung geplant ist, das heißt wenn Sie mit dem alleinigen Ziel verreisen, Gesundheitsleistungen in Anspruch zu nehmen oder sich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen.

Die Europäische Krankenversicherungskarte kann ausschließlich bei Leistungserbringern genutzt werden, die einer Konvention beigetreten und so an die Sozialversicherung in ihrem Land angeschlossen sind. Besteht für den Leistungserbringer dagegen kein Abkommen oder handelt es sich um einen privaten Leistungserbringer, so kann die Übernahme durch eine Erstattung gemäß den Bedingungen der europäischen Richtlinie 2011/24 zu luxemburgischen Bedingungen und Tarifen erfolgen.

Was kann ich machen, wenn meine europäische Krankenversicherungskarte nicht akzeptiert wird?

Handelt es sich um notwendige Gesundheitsleistungen, so müssen Sie die Kosten für die in Anspruch genommene medizinische Behandlung bezahlen und die Erstattung entweder bei einer Krankenkasse im Aufenthaltsland oder bei Ihrer zuständigen Kasse beantragen.

  • Wenn Sie Rechnungen bei der Kasse im Aufenthaltsland einreichen, erhalten Sie die Erstattung zu den Sätzen und Tarifen des Aufenthaltslands.
  • Wenn Sie Rechnungen bei der für Sie zuständigen Kasse einreichen, nimmt diese eine Tariffestsetzung der Rechnungen bei der Kasse des Aufenthaltslands vor (mittels Formular E126/S067). Nach Eingang der Antwort werden Ihnen die Kosten zu den Sätzen und Tarifen des Aufenthaltslands zurückerstattet. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, bei der zuständigen Kasse ausdrücklich zu beantragen, die Erstattung der eingereichten Rechnungen zu den luxemburgischen Sätzen und Tarifen zu erhalten.

Besteht für den Leistungserbringer ein Abkommen und ist die Behandlung notwendig, so kann die Karte normalerweise nicht abgelehnt werden.

Ich werde im Ausland krank und habe meine europäische Krankenversicherungskarte nicht dabei. Was kann ich tun?

Die Tatsache, dass Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte nicht mit dabei haben, bedeutet, dass eine Kostenübernahme der medizinischen Behandlungen nicht zu den gleichen Bedingungen und Preisen wie für Ansässige erfolgt. Wenn also bestimmte notwendige Leistungen/Notfallversorgungen für Ansässige kostenlos sind (direkt von der Kasse übernommen werden), kann es sein, dass Sie dafür bezahlen müssen.

Sie müssen alle Kosten für die in Anspruch genommenen Leistungen vorstrecken und die Erstattung dann nach Ihrer Rückkehr bei der zuständigen Kasse beantragen.

Im Fall einer Notaufnahme in ein Krankenhaus während eines vorübergehenden Aufenthalts im Ausland kann Ihre zuständige Kasse Ihnen, dem Krankenhaus oder der ausländischen Krankenkasse auf Anfrage eine provisorische Ersatzbescheinigung mit begrenzter Gültigkeit zusenden, die Ihnen den gleichen Schutz wie Ihre europäische Krankenversicherungskarte bietet. Mit dieser Bescheinigung werden die Leistungen so übernommen, als wären Sie in dem Land versichert, in dem die Behandlungen erfolgen.

Ich werde im Ausland krank. Wohin muss ich meine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schicken?

Ein luxemburgischer Versicherter muss jede Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von drei Tagen an die CNS schicken. Wenn Sie also im Land Ihres Aufenthalts oder während eines vorübergehenden Aufenthalts im Ausland krank werden und Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekommen, muss auch diese an die Krankenkasse des Landes, in dem Sie Ihre Beiträge bezahlen, und nicht an die Ihres Aufenthaltslands geschickt werden.

Im Fall eines Aufenthalts in einem Land, das keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellt, kann die Krankenkasse dieses Aufenthaltslandes ein Formular ausstellen, das die Krankheit bescheinigt. Dieses Formular ist an die CNS zu richten.

Wann kann eine Erstattung gemäß luxemburgischen Tarifen abgelehnt werden?

Eine Erstattung kann aus folgenden Gründen teilweise oder ganz abgelehnt werden:

  • Behandlung in Luxemburg nicht vorgesehen,
  • Einschränkungen durch die Nomenklaturen (z. B. Abzüge, Kumulierungen, mehr als 3 Akte, Akte nicht kumulierbar durch Konsultation usw.),
  • Medikamente stehen nicht auf der Positivliste für Arzneimittel,
  • Analysen ohne zuvor beigefügte medizinische Verschreibung,
  • Analysen von Arztpraxis berechnet (einschränkende Liste der großherzoglichen Verordnung),
  • Krankengymnastik, Logopädie, Hörgeräte ohne Beleg,
  • Krankengymnastik bei einem anderen Leistungserbringer als einem Krankengymnasten, z. B. einer Hebamme,
  • Leistungen in Luxemburg nicht erstattungsfähig (Zahnkronen ohne vorherigen Kostenvoranschlag, Zahnregulierungen für Erwachsene, Orthesen (falls teurer als 125 €) etc. ohne Kostenvoranschlag und vorherige Zustimmung des (CMSS),
  • psychomotorische Behandlung ohne vorherige Zustimmung des medizinischen Kontrolldienstes (APCM),
  • Erneuerungsfrist nicht eingehalten (siehe Frage 15),
  • Erstattungsbeleg erforderlich für Krankengymnastik, Logopädie oder Hörgeräte,
  • Erstattungsbeleg erforderlich für Medikamente, die nicht in der Positivliste stehen (im Anschluss an einen Antrag seitens eines Arztes),
  • vorherige Bewilligung durch den medizinischen Kontrolldienst der Sozialversicherung bei psychomotorischer Behandlung, ...

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Jede technische Maßnahme und jede Art von Diagnostik eines ausländischen Facharztes, die mithilfe der Infrastruktur eines Krankenhauses durchgeführt wurde, wie auch die Kosten für eine stationäre oder halbstationäre Behandlung, die nicht durch eine vorherige Genehmigung des CMSS (Formular S2) abdeckt wurde, sind von der Erstattung ausgenommen und müssen vollständig von Ihnen übernommen werden.

 

Wie lange dauert es normalerweise, bis die Kosten für eine medizinische Versorgung im Ausland erstattet werden?

Im Falle einer Notfallversorgung im Ausland hängt die Dauer für die Erstattung davon ab, wie schnell die ausländische Krankenkasse antwortet und den zu erstattenden Betrag nennt. Im Fall einer Notfallversorgung bittet Luxemburg die Kasse im Aufenthaltsland um eine Tariffestsetzung. Daher hängt die Dauer der Erstattung davon ab, wie lange die unterschiedlichen ausländischen Kassen für eine Antwort brauchen.

Im Fall von geplanten ambulanten Gesundheitsleistungen in einem Mitgliedsstaat der EU, des EWR oder in der Schweiz, erstattet Luxemburg zu den in Luxemburg anwendbaren Bedingungen, Sätzen und Tarifen. Die normale Wartezeit liegt bei einigen Wochen.

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