Länder der Europäischen Union (EU), Europäischer Wirtschaftsraum (EWR) und die Schweiz

Versicherungsschutz in Luxemburg

Ein Student, der in Luxemburg wohnhaft ist und regulär an einer universitären Einrichtung im Ausland eingeschrieben ist, muss bei einer luxemburgischen Krankenkasse angemeldet sein, um eine Rückerstattung der medizinischen Kosten im Studienland und in Luxemburg in Anspruch nehmen zu können.

Der in Luxemburg wohnhafte Student, kann entweder mitversichert werden (über den Vater oder die Mutter) oder persönlich versichert sein, falls eine Mitversicherung nicht möglich ist.

Im Fall einer Mitversicherung, ist die zuständige Kasse die des Hauptversicherten, also entweder die Nationale Gesundheitskasse (CNS - Caisse nationale de santé) für den Privatsektor, die Krankenkasse der Beamten und Angestellten des Staates (Caisse de maladie des fonctionnaires et employés public), die Krankenkasse der Kommunalbeamten und kommunalen Angestellten (Caisse de maladie des fonctionnaires et employés communaux) für den öffentlichen Sektor und die Krankenkasse der nationalen Eisenbahngesellschaft für die Angestellten der nationalen Eisenbahngesellschaft in Luxemburg ( l'Entraide médicale des CFL pour les salariés des chemins de fer luxembourgeois). Für die persönlich versicherten Studenten, handelt es sich um die Nationale Gesundheitskasse (CNS).

Die notwendigen Schritte für eine Mitversicherung, müssen unmittelbar bei der zuständigen Kasse eingeleitet werden. Im Falle einer persönlichen, obligatorischen oder freiwilligen Versicherung, ist das Gemeinsame Zentrum für soziale Sicherheit zu kontaktieren.

 

Gesundheitsversorgung im Studienland

Ein Auslandsstudium gilt als vorübergehender Auslandsaufenthalt. Es ist möglich, dass der Student während seines Aufenthalts im Ausland einen unmittelbaren Zugang zur Gesundheitsversorgung benötigt. Im Allgemeinen, wird dem Studenten geraten sich an die zuständige Einrichtung der sozialen Sicherheit des Studienlandes zu wenden, um die notwendigen Informationen zu den Erstattungsmodalitäten und der Kostenübernahme der Leistungen Vorort zu erhalten. Die Situation des Studenten ist je nach Studien- oder Aufenthaltsort unterschiedlich.

Länder der Europäischen Union (EU), Europäischer Wirtschaftsraum (EWR) und die Schweiz

Es handelt sich um folgende Länder:

EU:

Deutschland, Österreich, Belgien, Zypern, Kroatien, Dänemark, Spanien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Lettland, Litauen, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Tschechien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden.

EWR:

Island, Liechtenstein, Norwegen

Andere Länder:

Schweiz

Es ist empfehlenswert, dass der Student sich bei der zuständigen Einrichtung der sozialen Sicherheit des Studienlandes einschreibt. Die Kostenübernahme der Gesundheitskosten wird normalerweise auch durch das Vorzeigen der Europäischen Krankenversicherungskarte ermöglicht, jedoch erleichtert die Einschreibung die Rückerstattungsformalitäten.

Wenn eine Einschreibung aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, kann die eventuell notwendige Versorgung, trotzdem mithilfe der Europäischen Krankenversicherungskarte übernommen werden. Die Leistungen werden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des Mitgliedsstaates des Aufenthaltsortes erbracht und werden gemäß den dort angewandten Tarifen erstattet.

Die Karte bestätigt das Recht auf die notwendige medizinische Versorgung im Mitgliedsstaat des Aufenthaltsortes, um somit während seiner Anwesenheit sichere medizinische Bedingungen zu gewährleisten, ohne den Aufenthalt unterbrechen zu müssen um sich zuhause behandeln zu lassen.

Die Europäische Krankenversicherungskarte kann nur bei konventionierten (nicht privaten) Leistungserbringern genutzt werden, das heißt also nur bei Leistungserbringern, die an das System der sozialen Sicherheit dieses Landes gebunden sind. Sollten die Leistungen allerdings von einem nicht-konventionierten oder einem privaten Leistungserbringer abgewickelt werden, kann die Kostenübernahme zu den luxemburgischen Bedingungen und Tarifen stattfinden. Die Einrichtung des Studienlandes kann Auskunft über konventionierte oder nicht-konventionierte Leistungserbringer geben.

Falls medizinische Versorgung notwendig wird, kann es vorkommen, dass der Leistungserbringer die Europäische Krankenversicherungskarte nicht akzeptiert. Sollte dies der Fall sein, muss der Student die Kosten für die erhaltene medizinische Versorgung vorstrecken und einen Antrag auf Rückerstattung stellen, dies entweder bei der Kasse des Aufenthaltslandes oder bei der zuständigen Kasse in Luxemburg.

  • Im Fall einer Zusendung/ Einreichung der Rechnungen an die Kasse des Aufenthaltsortes, werden diese gemäß den Sätzen und Tarifen des Aufenthaltslandes erstattet.
  • Im Fall einer Zusendung/Einreichung der Rechnungen an die zuständige Kasse in Luxemburg, unternimmt diese zusammen mit der Kasse des Aufenthaltsorts, eine Preisfestsetzung der Rechnungen (mithilfe eines E126/ S067 Formulars). Sobald eine Antwort vorliegt, wird der Student eine Rückerstattung nach den Sätzen und Tarifen des Aufenthaltslandes erhalten. Außerdem, hat er die Möglichkeit, auf ausdrücklichen Wunsch hin, bei der Zusendung/Einreichung der Rechnungen anzufragen, eine Rückerstattung nach luxemburgischen Sätzen und Tarifen zu erhalten.

Bei einem konventionierten Leistungserbringer und im Fall einer notwendigen Behandlung, kann die Karte im Normalfall nicht abgelehnt werden.

Wenn der Student nicht im Besitz seiner Karte ist, ist er gezwungen die Gesamtkosten für die erhaltenen Leistungen vorzustrecken und bei seiner Rückkehr eine Rückerstattung bei seiner zuständigen Krankenkasse zu beantragen.

Bevor man in eines dieser Länder reist, sollte man sich vergewissern, ob die europäische Krankenversicherungskarte noch gültig ist.

Bei Bedarf, kann eine provisorische Ersatzbescheinigung der Europäischen Krankenversicherungskarte bei der zuständigen Abteilung angefragt werden.

Schließlich bleibt zu beachten, dass jegliche Leistungen die in Luxemburg nicht rückerstattet werden, nicht erstattungsfähig bleiben, wenn sie auf dem Gebiet eines anderen Mitgliedsstaates der EU durchgeführt werden (zum Beispiel Kieferorthopädie für Erwachsene, Osteopathie, Heilpraktiker…).

Die Kostenübernahme einiger Leistungen, wie z.B. die der Physiotherapie, benötigen das Ausstellen einer Bestätigung der Kostenübernahme durch die CNS.

 

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