Ärzte

Ärzte in Luxemburg arbeiten als Freiberufler in einem liberalen Gesundheitssystem. Sie arbeiten entweder in einzelnen Privatpraxen oder sie arbeiten mit einem oder mehreren Ärzten in einer Praxis zusammen.

Allgemeine Informationen

Die Aufgabe von Ärzten

Die Hauptaufgabe der Ärzte ist die Behandlung und Prävention von Krankheiten. In diesem Zusammenhang sprechen wir von einer Primärversorgung, die hauptsächlich von Allgemeinmedizinern und Fachärzten in Arztpraxen durchgeführt wird.

Es wird geraten, sich einen Hausarzt für sich selbst und einen Kinderarzt und/oder einen Hausarzt für sein Kind auszusuchen, der zur ersten Kontaktperson im Krankheitsfall wird. Der Versicherte wendet sich also an erster Stelle an den Hausarzt oder den Kinderarzt. Dieser wird ihn dann weiter orientieren. Wenn der behandelnde Hausarzt einmal nicht verfügbar ist, kann der Versicherte nach dem Grundsatz der freien Wahl des Leistungserbringers, einen anderen Arzt seiner Wahl aufsuchen.

Freie Wahl des Leistungserbringers

Außer im Notfall hat die versicherte Person die freie Wahl des Leistungserbringers. Der Versicherte kann außerdem einen Facharzt aufsuchen, ohne vorher einen Hausarzt aufsuchen zu müssen, und benötigt für die Sprechstunde beim Spezialisten keine Überweisung / Verschreibung von seinem Arzt. Der Versicherte hat das Recht, den Arzt jederzeit zu wechseln.

In einem Krankenhaus kann die Auswahl jedoch oft eingeschränkt sein, da die Organisationsstrukturen des Krankenhauses es nur von der Institution zugelassenen medizinischen Fachkräften erlauben medizinische Versorgung zu erbringen.

Medizinische Fachgebiete

In Luxemburg umfasst der Begriff "Ärzte" (mit Ausnahme von Zahnärzten) Allgemeinärzte und Fachärzte. Die verschiedenen in Luxemburg anerkannten medizinischen Fachgebiete werden durch eine großherzogliche Verordnung definiert, hier einige Beispiele: Kardiologie, Allgemeinchirurgie, Dermatologie, Gastroenterologie, Ophthalmologie, Pädiatrie, Urologie, usw.

Zulassung des Arztes

Damit Leistungen wie Sprechstunden, Besuche, Behandlungen, medizinische und pflegerische Leistungen von der Krankenkasse übernommen werden können, müssen sie von Leistungserbringern erbracht werden, die offiziell anerkannt sind. In Luxemburg gibt es ein allgemeines und obligatorisches Zulassungssystem. Alle in Luxemburg niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte sind daher automatisch und zwingend vertraglich gebunden und zur Einhaltung der Nomenklaturen und Tarife verpflichtet.

Bedingungen der Kostenübernahme

Mitgliedschaft der Krankenversicherung

Jede Person, die in Luxemburg arbeitet, muss bei der CNS oder der zuständigen Kasse des öffentlichen Sektors versichert sein und hat somit die Möglichkeit, ebenfalls seine Familienangehörigen mitzuversichern, um in Luxemburg medizinische Versorgung zu erhalten. Die versicherte Person erhält eine Sozialversicherungskarte mit einer 13-stelligen nationalen Identifikationsnummer, die den Leistungserbringern vorzulegen ist.

Leistungen die in der Nomenklatur vorgesehen sind

Damit eine von einem Arzt erbrachte Leistung erstattet wird, muss diese in einer Nomenklatur erfasst werden. Für Ärzte und Fachärzte sind sie in der Nomenklatur der Leistungen von Ärzten verzeichnet.

Einschränkung der Kostenübernahme

Genehmigung

Bestimmte Leistungen können nur mit der Genehmigung oder der vorherigen Genehmigung der Nationalen Gesundheitskasse (CNS) und mit der Zustimmung des Kontrollärztlichen Dienstes der sozialen Sicherheit (CMSS) übernommen werden. In der Nomenklatur der Leistungen von Ärzten sind diese durch ACM (Zustimmung des kontrollärztlichen Dienstes erforderlich) oder APCM (vorherige Zustimnung des kontrollärztlichen Dienstes erforderlich) gekennzeichnet.

Anzahl der Sprechstunden/Besuche

Die CNS übernimmt (es sei denn, es wurde zuvor eine Genehmigung beantragt oder eine medizinische Begründung mit der Stellungnahme des kontrollärztlichen Dienstes akzeptiert):

  • nur eine Sprechstunde oder ein Besuch des Hausarztes oder Facharztes derselben medizinischen Disziplin innerhalb von 24 Stunden, es sei denn, es handelt sich um eine Intervention des Notarztes,
  • nur zwei Sprechstunden oder Besuche des Hausarztes oder Facharztes derselben medizinischen Disziplin pro Zeitraum von sieben Tagen,
  • nur zwölf Sprechstunden oder Besuche eines Hausarztes oder eines Facharztes derselben medizinischen Disziplin pro Semester, es sei denn, es handelt sich um Sprechstunden oder Besuche, die während eines längeren Aufenthalts auf der Geriatrie oder im stationären Aufenthalt im Krankenhaus durchgeführt werden.

Erneuerungen der ärztlichen Verordnung sowie Serieninjektionen und -verbände werden bei der Anwendung der vorstehenden Bestimmungen nicht berücksichtigt.

Persönliche Ansprüche / Sonderhonorare

Die Ärzte haben das Recht, zusätzliche Gebühren für persönliche Ansprüche zu erheben, sofern der Versicherte vorher informiert wurde. Die betreffende Behandlung kann nur begonnen werden, wenn die versicherte Person den Arzt ermächtigt, das Sonderhonorar zu berechnen, die zu ihren Lasten geht.

Medizinische Notfälle

Es ist ratsam sich nur in die Notaufnahme des diensthabenden Krankenhauses begeben, wenn man schwer krank wird, bei einer akuten Verletzung, Fraktur usw.

Ärztehäuser ("maisons médicales")

Die Ärztehäuser wurden eingerichtet um die Dienste eines Allgemeinmediziners ersetzen zu können, wenn die versicherte Person während der Abend- oder Nachtstunden (20.00 bis 7.00 Uhr), Wochenenden und Feiertagen (8.00 bis 7.00 Uhr) eine allgemeine medizinische Versorgung benötigt.

Außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen bieten die Ärztehäuser einen alternativen Service in Form eines medizinischen Bereitschaftsdienstes an. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei nicht um Rettungsdienste handelt und dass der Versicherte im Falle eines medizinischen Notfalls die 112 direkt anrufen muss.

In Luxemburg wurden drei Bereitschaftsärztehäuser eingerichtet: Luxemburg-Stadt, Esch-sur-Alzette, Ettelbrück.

Pädiatrische Notfälle

Wenn ein Kind schwer krank wird, gibt es ein pädiatrisches Ärztehaus (KannerKlinik) oder, als zweites Mittel, einen pädiatrischen Notfalldienst, beide im Centre hospitalier du Luxembourg (CHL). Nach der administrativen Aufnahme durch den Empfang des CHL überweist eine Überweisungsschwester den Patienten je nach Aufnahmegrund und wissenschaftlichen Sortierkriterien entweder an die Pädiatrische Notaufnahme oder an die KannerKlinik.

Diese Einrichtungen bieten die Betreuung durch Kinderärzte an. Von Montag bis Freitag von 19.00 bis 22.00 Uhr das ganze Jahr über. An Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 21 Uhr.

Die Kinderpoliklinik verwaltet NOTFÄLLE 7 Tage die Woche von 8 bis 20 Uhr. Es befindet sich im Erdgeschoss des Krankenhauses Kirchberg.

Im Ausland erhaltene Leistungen

Geplante Versorgung eines Arztes im Ausland (Land der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz)

Es besteht die Möglichkeit, sich bewusst für eine Behandlung im Ausland zu entscheiden:

Bei ambulanter Behandlung (Behandlung im Krankenhaus ohne Übernachtung oder außerhalb des Krankenhauses, z. B. Arztpraxis....)

Eine vorherige Genehmigung ist nicht erforderlich. Die geplante ambulante Behandlung wird von Luxemburg nach luxemburgischen Bedingungen, Sätzen und Tarifen erstattet. Wenn die Behandlung den Einsatz hoch spezialisierter und kostenintensiver medizinischer Infrastruktur oder medizinischer Ausrüstung erfordert, ist eine Genehmigung notwendig.

Bei stationärer Behandlung

Sie benötigen eine vorherige Zustimmung Luxemburgs, damit die Behandlung übernommen werden kann. Unter Vorlage eines von einem Arzt erstellten Überweisungsantrags und nach positiver Stellungnahme des CMSS.

Notfallversorgung (erforderliche medizinische Versorgung während eines Auslandsaufenthaltes)

Bei Auslandsreisen kann ein sofortiger Zugang zur Gesundheitsversorgung durchaus erforderlich sein. Um Probleme zu begrenzen und das Leben so weit wie möglich zu vereinfachen, müssen vor, während und nach den Ferien verschiedene Schritte unternommen werden. Reiseziele können in drei Kategorien eingeteilt werden.

Medizinische Versorgung im Land des Wohnsitzes eines Grenzgängers

Für Grenzgänger ist die Krankenkasse des Wohnsitzlandes für die Kostenübernahme der in diesem Land erbrachten Gesundheitsversorgung zuständig. Für die in Luxemburg oder einem anderen Land erbrachte medizinische Versorgung kann der Grenzgänger eine Erstattung durch die CNS beantragen.

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