Krankengymnastik

Damit die Kostenübernahme durch die nationale Gesundheitskasse (CNS) oder die Krankenkasse des öffentlichen Dienstes gewährleistet wird, benötigen alle Leistungen aus dem physiotherapeutischen Bereich eine ärztliche Verschreibung.

Genehmigungsverfahren

Die standardisierte ärztliche Verschreibung: Inhalt und Anzahl der Sitzungen

Die Verschreibung der Behandlung geschieht mittels einer standardisierten ärztlichen Verordnung welche Auskunft gibt über die Art der Behandlung, die Anzahl der Sitzungen und deren Frequenz.

Die maximale Anzahl an Sitzungen, die pro Verschreibung rückerstattet werden, variiert je nach Behandlungsart. 8 Sitzungen im Falle einer häufig auftretenden Erkrankung, 64 Sitzungen im Falle einer schweren Erkrankung und 32 bei einer postchirurgischen Rehabilitationsmaßnahme.

Die schweren Erkrankungen sind im Anhang G der CNS Satzungen definiert und sind ebenfalls auf der Rückseite der standardisierten ärztlichen Verschreibung aufgelistet. Jede Pathologie, die sich nicht auf dieser Liste befindet, mit Ausnahme der postchirurgischen Rehabilitationsmaßnahme, wird als häufig auftretende Erkrankung angesehen.

Ausländische Verschreibungen müssen die vorgeschriebenen Angaben enthalten, so wie sie bei der standardisierten ärztlichen Verschreibung des Großherzogtums vorgesehen sind., Außerdem müssen sie in Französisch, Deutsch oder Englisch formuliert sein, Verschreibungen in einer anderen Sprache werden nicht von der CNS bearbeitet und werden somit zurückgesandt.

Validierung der Verschreibung 

Die Verschreibung muss von der CNS validiert werden. In der Regel übergibt der Versicherte dem Physiotherapeuten die Verschreibung im Laufe seiner ersten Sitzung. Dieser unternimmt dann die notwendigen administrativen Schritte. Wenn die Bedingungen erfüllt sind, validiert die CNS die Verschreibung. Die Validierung muss innerhalb einer Frist von 31 Tagen, ab Ausstellung der ärztlichen Verschreibung, angefordert werden.

Bestätigung der Kostenübernahme

Die Validierung erfolgt mittels Ausstellung einer Kostenübernahmebestätigung durch die CNS.

Die Bestätigung gibt Auskunft über die maximale Dauer der Behandlungen, die genaue Anzahl der übernommenen Sitzungen und den Anteil der Kostenübernahme.

Die Behandlung muss spätestens innerhalb von dreißig Tagen, ab Ausstellung der Bestätigung der Kostenübernahme, begonnen werden.

Zahlungsart

Anwendung des Drittzahlersystems

In diesem Fall zahlt der Versicherte nur seinen Eigenanteil an den Physiotherapeuten. Letzterer schickt am Ende der Behandlung eine Rechnung an die CNS, um den Anteil der Kosten, zu Lasten der Gesundheitskasse, zu erhalten. Der Physiotherapeut gibt dem Versicherten anschließend die Verschreibung, in Begleitung einer Rechnung wieder zurück, auf dieser muss die Eigenbeteiligung des Versicherten und die Beteiligung der CNS genau angegeben sein.

Das Drittzahlersystem findet nur Anwendung, wenn die Anfrage auf Bestätigung unmittelbar vom Physiotherapeuten ausgeht und die Krankengymnastikleistungen im Großherzogtum erbracht werden. Wenn der Versicherte die Bestätigung der Kostenübernahme eigenhändig bei der CNS beantragt oder die Leistungen außerhalb des Großherzogtums erbracht werden, so muss die Behandlung immer vorab auf eigene Kosten vollständig bezahlt werden. Der Anteil der Kosten zu Lasten der Krankenkasse wird dann auf Anfrage des Versicherten rückerstattet.

Bitte beachten Sie, dass bei Grenzgängern, die Kostenübernahme der im Wohnland erhaltenen Leistungen in den Zuständigkeitsbereich ihrer örtlichen Krankenkasse fällt.

Die Vorauszahlung der Kosten durch den Versicherten

In diesem Fall legt der Physiotherapeut dem Versicherten am Ende der Behandlung eine Rechnung vor, die den zu zahlenden Gesamtbetrag ausweist, bestehend aus dem Anteil der Kasse und dem Anteil, den der Versicherte gegebenenfalls selbst übernehmen muss. Nach der Zahlung beantragt der Versicherte bei seiner zuständigen Kasse (der CNS oder der Krankenkasse für den öffentlichen Dienst), die Rückerstattung seines Anteils.

Um die Kosten erstattet zu bekommen, muss die Rechnung des Physiotherapeuten:

  • die Versichertennummer, den Namen und Vornamen des Versicherten, sowie die Nummer der Validierung enthalten;
  • ordnungsgemäß bezahlt sein;
  • die ärztliche Verschreibung muss beiliegen.

Ablauf der Sitzungen

Der Physiotherapeut kann die Frequenz der Sitzungen, sowie die angewandten Techniken (Massagen, Elektrotherapie, ...) den Bedürfnissen des Patienten und der Entwicklung des Krankheitsbildes anpassen.

Es gibt Qualitätsnormen, die der Physiotherapeut zu beachten hat. Diese Standards sehen Kriterien in Bezug auf die Infrastruktur (Wartezimmer, minimale Fläche des Behandlungsraumes, obligatorisches Anzeigen von bestimmten Informationen) und die Leistungen (Verbot mehrere Patienten zeitgleich zu behandeln, Definition des Inhalts des Patientendossiers, Minimaldauer von 20 Minuten pro Sitzung, ...) vor.

Fahrtkosten

Die Kosten für die Anreise des Physiotherapeuten werden in Form einer Pauschale übernommen, falls:

  • der Arzt auf der Verschreibung angegeben hat, dass es aus medizinischer Sicht notwendig ist, dass der Physiotherapeut zu dem Versicherten nach Hause kommt, um die Behandlungen durchzuführen;
  • die Anreise auf luxemburgischem Gebiet stattgefunden hat. Eine Anreise über die Grenze hinaus wird nicht übernommen.

Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, wird die Anreisepauschale zum gleichen Satz übernommen wie der, der für die erfolgte Behandlung zu Hause angewandt wird.

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