Krankes Kind

Wenn ein Kind krank ist kann eine Urlaub aus familiären Gründen beantragt werden. Es handelt sich um einen Sonderurlaub, der gewährt wird, um den Eltern die Möglichkeit zu geben, ihr Kind bei schwerer Krankheit oder nach einem Unfall zu betreuen.

Formalitäten

Die Abwesenheit ist bei einem Urlaub aus familiären Gründen mittels eines ärztlichen Attests zu rechtfertigen, das folgende Angaben enthält:

  • Krankheit, Unfall oder andere zwingende gesundheitliche Gründe des Kindes;
  • die obligatorische Notwendigkeit der Anwesenheit des Versicherten bei dem kranken Kind;
  • die Dauer der Anwesenheit bei dem Kind.

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, den Arbeitgeber oder dessen Vertreter am ersten Tag seiner Abwesenheit persönlich oder durch eine Mittelsperson schriftlich oder mündlich zu unterrichten.

Das ärztliche Attest mit Angabe der Versicherungsnummer des erkrankten Kindes und des Elternteils muss der zuständigen Krankenkasse spätestens am dritten Tag vorgelegt werden.

 

Begünstigte

Jeder Arbeitnehmer und jeder Selbstständige (bei selbstständiger intellektueller Tätigkeit), der ein unterhaltsberechtigtes Kindes unter 18 Jahren hat, dessen schwere Krankheit, Unfall oder anderer zwingender gesundheitlicher Grund die Anwesenheit eines Elternteils erfordert.

 

Die Altersgrenze von 18 Jahren gilt nicht für Kinder, die Anspruch auf ein besonderes zusätzliches Kindergeld haben gemäß Artikel 274 des Gesetzbuches der Sozialen Sicherheit.

Als unterhaltsberechtigtes Kind, gilt solches Kind das während oder ausserhalb der Ehe geboren ist oder adoptiert ist und welches im Moment des Auftretens der Krankheit die physische Präsenz eines Elternteils benötigt.

 

Dauer des Urlaubs

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen hängt vom Alter des Kindes ab. Drei Altersabschnitte sind vorgesehen:

1 Kind zwischen 0 und dem nicht vollendeten 4. Lebensjahr 12 Urlaubstage für diesen Zeitraum und pro Kind
2
Kind zwischen dem 4. vollendeten Lebensjahr bis zum nicht vollendeten 13. Lebensjahr 18 Urlaubstage für diesen Zeitraum und pro Kind
3 Kind zwischen dem vollendeten 13. Lebensjahr und dem nichtvollendeten 18. Lebensjahr und hospitalisiert   5 Urlaubstage für diesen Zeitraum und pro Kind im Falle einer Hospitalisierung

Für Kinder, die Anspruch auf eine Sonderzulage für behinderte Kinder haben, gemäß Artikel 274 des Gesetzbuches der Sozialen Sicherheit, beträgt die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen das Doppelte pro Altersgruppe.

Der Urlaub aus familiären Gründen kann aufgeteilt werden. Eine Urlaubszeit von unter 4 Stunden wird nur als halber Tag angerechnet.

Die Anzahl der Urlaubstage gelten über den ganzen Zeitraum für den sie vorgesehen sind und werden nicht jedes Jahr auf 0 gesetzt.

Beide Elternteile können die gleiche Anzahl Urlaubstage nehmen aber nicht zum selben Zeitpunkt.

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen kann nach Zustimmung des Kontrollärztlichen Dienstes der Sozialen Sicherheit  verlängert werden für Kinder mit besonders schwerer Krankheit oder Schwäche, wie sie durch das großherzoglich-luxemburgische Reglement vom 10.5.1999 definiert werden, nämlich bei:

  • fortschreitenden Krebserkrankungen;
  • Erkrankungen, die eine stationäre Behandlung auf der Intensivstation von einer Dauer von über zwei  fortlaufenden Wochen ohne Unterbrechung erfordern.

In diesen Fällen ist eine komplette Krankenakte mit ärztlichem Attest vorzulegen.

Der Stand der noch verbleibenden Urlaubstage aus familiären Gründen kann auf MyGuichet.lu abgerufen werden.

Nur der Versicherte kann den aktuellen Stand abrufen und seinen Arbeitgeber darüber informieren.

Zahlungsmodalitäten

Grundsätzlich ist es so, dass Arbeitnehmer im Privatsektor von der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber profitieren. Der Urlaub aus familiären Gründen muss vom Arbeitgeber vorgestreckt werden, dieser erhält dann die Vollständigkeit der im Rahmen dieses Urlaubs ausgezahlten Gehaltsaufwendungen von der Zusatzversicherung der Arbeitgeber (Mutualité des employeurs) zurück, unter der Bedingung, dass der Urlaub aus familiären Gründen vom Arbeitnehmer anhand eines ärztlichen Attests seiner zuständigen Kasse, und vom Arbeitgeber ordnungsgemäß dem Gemeinsamen Zentrum für soziale Sicherheit gemeldet wurde.

Wenn der Versicherte kein Anrecht mehr auf Lohnfortzahlung durch seinen Arbeitgeber hat, wird das Krankengeld von der CNS ausgezahlt.

Selbstständige, die über die Zusatzversicherung der Arbeitgeber versichert sind, müssen ebenso den Urlaub aus familiären Gründen ihrer zuständigen Krankenkasse melden, indem sie ihr ein ärztliches Attest zukommen lassen, um für den Urlaub aus familiären Gründen von der Zusatzversicherung der Arbeitgeber entschädigt zu werden.

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