Die komplementare Rückerstattung

Begünstigte

Art. 154bis der CNS Satzungen sieht vor, dass im Lauf eines Kalenderjahres (1. Januar bis zum 31. Dezember) die gesamte maximale Eigenbeteiligung des Versicherten für bestimmte Gesundheitsleistungen nicht den Betrag von 2,5% seines beitragspflichtigen Jahreseinkommens des Vorjahres überschreiten darf.

Falls die Beteiligung des Versicherten diese Schwelle überschreitet, hat der Versicherte das Recht auf eine komplementare Rückerstattung der Beteiligungen, die diesen Grenzwert überschreiten.

Paiement complémentaire Art154bis

Überprüfen der Höhe der individuellen Beteiligung zu einem bestimmten Zeitpunkt

Auf der Rückseite jedes Abrechnungsbeleges erhalten Sie unter der Spalte « Zusatzzahlung (remboursement complémentaire) » einen Überblick über den aktuellen Gesamtbetrag Ihrer nach Art. 154bis vorgesehenen Beteiligung, für das laufende Jahr N sowie das vorausgehende Jahr N-1.

 

Versicherte(r) Jahr N-1 Jahr N
Matrikelnummer ...€ ...€

Die Beträge stehen für Ihre individuelle Beteiligung an den medizinischen Leistungen bis zum Abrechnungsdatum des betreffenden Jahres.

Achtung: auch der Betrag Ihrer Beteiligung des vorausgehenden Jahres N-1 kann sich verändern/erhöhen:

Wenn Sie 2016 (Jahr N) einen Antrag auf Rückzahlung für geleistete Gesundheitsversorgung in 2015 (Jahr N-1) stellen, wird Ihre individuelle Beteiligung an dieser Versorgung zum Betrag der kumulierten Beteiligungen für 2015 (N-1) hinzugezählt und wird auf dem Abrechnungsbeleg ersichtlich sein.

Versorgungen und Leistungen welche berücksichtigt werden 

Es werden Ihre Beteiligungen an folgenden Versorgungen und Leistungen berücksichtigt:

  • Medizinische Versorgungen
  • Zahnärztliche Versorgungen, ausgenommen die prothetische Behandlung
  • Krankenpflege
  • Ernährungsberatung
  • Pflege durch Kinesitherapie-Massage
  • Logopädie
  • Pflege durch Hebammen
  • Psychomotorische Behandlungen
  • Thermal-Versorgung
  • Kosten für orthopädische, orthetische und epithetische Prothesen
  • Pharmazeutische Produkte
  • Medizinische Geräte und Apparate auf Kosten der Krankenversicherung

Das beitragspflichtige Monatseinkommen ist auf der monatlichen Gehaltsabrechnung/dem Rentenbescheid ersichtlich.

Berechnung der Gesamt-/Höchstbeteiligung eines Versicherten

Berechnung für Anträge aus den Jahren 2018/2019

Grundlage der Berechnung ist das beitragspflichtige Jahreseinkommen des Vorjahres des Antrags. Es ist die Summe der 12 beitragspflichtigen Monatseinkommen.

Das beitragspflichtige Monatseinkommen kann nicht kleiner als das garantierte Mindesteinkommen (RMG) sein. Falls beispielsweise das effektiv erhaltene Gesamtmonatseinkommen geringer als das garantierte Mindesteinkommen ist, wird der Betrag des beitragspflichtigen Monatseinkommens künstlich auf das Niveau des RMG angehoben.

Beispiel: Einkommen unterhalb des garantierten Mindesteinkommens (RMG). Das RMG ist das beitragspflichtige Einkommen.

Für eine Person, die monatlich 1.250,- € brutto während eines ganzen Jahres verdient, entsprechen diese 2,5% folgendem Wert:

RMG am 01.01.2016 für eine Enzelperson: 1.348,18 €

1.348,18 x 12 x 2.5% = 404,40 €

 

Beispiel: Einkommen oberhalb des RMG. Der tatsächlich ausgezahlte Betrag ist das beitragspflichtige Einkommen.

Für eine Person, die monatlich 2.500,- € brutto während eines ganzen Jahres verdient, entsprechen diese 2,5% folgendem Wert:

12 x 2.500 x 2,5% = 750,- € = maximale Beteiligung dieser Person

Wenn die individuellen Beteiligungen im Laufe eines Kalenderjahres diesen Betrag überschreiten, kann die Person eine zusätzliche Rückzahlung beantragen. Die Summe, um die dieser Betrag überschritten wird, wird ihr rückerstattet

Demzufolge ist der Betrag der Höchstbeteiligung umso höher je höher das Einkommen ist. Da das beitragspflichtige Einkommen nicht geringer als das RMG sein kann, sind 2,5% des RMG eine praktische Referenz. Ein Antrag erweist sich als nicht notwendig, wenn der kumulierte Betrag geringer als dieser Schwellenwert von 404,40 € ist.

Berechnung für Anträge ab dem Jahr 2020

Grundlage der Berechnung ist das beitragspflichtige Jahreseinkommen des Vorjahres des Antrags. Es ist die Summe der 12 beitragspflichtigen Monatseinkommen.

Das beitragspflichtige Monatseinkommen kann nicht kleiner als ein Mindestsatz von 1501,65 (zum Index von 834,76 zum 1. Januar 2020) sein. Falls beispielsweise das effektiv erhaltene Gesamtmonatseinkommen geringer als dieser Mindestsatz ist, wird der Betrag des beitragspflichtigen Monatseinkommens künstlich auf das Niveau des Satzes von 1501,65 angehoben.

Beispiel: Einkommen unterhalb des Mindestsatzes. Der Mindestsatz von 1501,65 ist das beitragspflichtige Einkommen.

Für eine Person, die monatlich 1.250,- € brutto während eines ganzen Jahres verdient, entsprechen diese 2,5% folgendem Wert:

Mindestsatz für eine Enzelperson: 1501,65 €

1501,65 x 12 x 2.5% = 450.50 €

 

Beispiel: Einkommen oberhalb des Mindestsatzes. Der tatsächlich ausgezahlte Betrag ist das beitragspflichtige Einkommen.

Für eine Person, die monatlich 2.500,- € brutto während eines ganzen Jahres verdient, entsprechen diese 2,5% folgendem Wert:

12 x 2.500 x 2,5% = 750,- € = maximale Beteiligung dieser Person

Wenn die individuellen Beteiligungen im Laufe eines Kalenderjahres diesen Betrag überschreiten, kann die Person eine zusätzliche Rückzahlung beantragen. Die Summe, um die dieser Betrag überschritten wird, wird ihr rückerstattet.

Demzufolge ist der Betrag der Höchstbeteiligung umso höher je höher das Einkommen ist. Da das beitragspflichtige Einkommen nicht geringer als der Mindestsatz sein kann, sind 2,5% dieses Mindestsatzes eine praktische Referenz. Ein Antrag erweist sich als nicht notwendig, wenn der kumulierte Betrag geringer als dieser Schwellenwert von 450.50 € ist.

Jedes Jahr muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Modalitäten für einen Rückerstattungsantrag

Wenn  Sie feststellen, dass Sie den vorgesehenen Schwellenwert erreicht haben, können Sie einen Antrag auf zusätzliche Rückzahlung stellen. Der Antrag für ein laufendes Jahr kann frühestens am 1. Mai desselben Jahres gestellt werden.

Beispiel: Überschreitung des Schwellenwertes vor dem 1. Mai des laufenden Jahres.

Zu Beginn des Jahres N stellen Sie fest, dass der Betrag Ihrer persönlichen Beteiligungen für dasselbe Jahr N (siehe letzte Zeile der Spalte «Zusatzzahlung» auf der Rückseite des Abrechnungsbeleges der Krankenkasse) bereits Ihre Höchstbeteiligung überschreitet, die aufgrund Ihres beitragspflichtigen Jahreseinkommens des Vorjahres festgelegt worden war.

Dann können Sie einen Rückzahlungsantrag stellen, d. h. frühestens ab dem 1. Mai dieses Jahres N. Die Summe der Beteiligungen, die Ihren Schwellenwert bis zu diesem Augenblick überschreitet, wird zurückgezahlt. Beachten Sie bitte, dass dieser Antrag für das gesamte Haushaltsjahr gilt. Ein neuer Antrag ist vor dem folgenden Jahr nicht erforderlich.

Beispiel: Überschreitung des Schwellenwertes nach dem 1. Mai des laufenden Jahres.

Im Lauf von 2016 überschreitet der Betrag der persönlichen Beteiligungen des laufenden Jahres den Schwellenwert. Bis zum 31.12.2018 kann ein Antrag gestellt werden.

Desgleichen: Sie stellen im Laufe von 2016 (N) fest, dass der Betrag Ihrer persönlichen Beteiligungen im vorausgehenden Jahr 2015 (N-1), vgl. erste Zeile der Spalte «Zusatzzahlung» auf der Rückseite des CNS-Abrechnungsbeleges, Ihren Schwellenwert überschreitet, weil Sie 2016 einen Antrag auf Rückzahlung für eine 2015 erfolgte Leistung gestellt haben. Damit ein Antrag zulässig ist, muss er spätestens vor Ende des zweiten Kalenderjahres gestellt werden, das jenem folgt, in dem die Beteiligung den Schwellenwert erreicht hat.

 

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