Hebammen

Die durch die Hebammen erbrachten Leistungen werden zu den vorgesehenen Sätzen und Tarifen übernommen, unter der Bedingung, dass sie von einem Arzt verschrieben wurden, mit Ausnahme verschiedener Leistungen. Die Hebamme ist für jeden frei wählbar.

Die Leistungen und ärztliche Verschreibungen

Leistungen der Hebamme

Die Hebammen können alle Leistungen die in der Tabelle der Nomenklatur der Leistungen von Hebammen aufgelistet sind in Rechnung stellen.

Hebammen können außerdem Leistungen aus der Nomenklatur der Krankenpfleger in Rechnung stellen.

Ärztliche Verschreibungen für Pflege der Hebammen

Die erbrachten Leistungen durch die Hebammen können nur mittels einer ärztlichen Verschreibung durch einen Arzt übernommen werden, mit Ausnahme von:

  • einer einzigen Sprechstunde während der Schwangerschaft (Code S13)
  • die Pauschale für Post-Partum-Pflege zu Hause für einen Zeitraum von 15 Tagen nach der Geburt des Kindes, einschließlich Reisekostenzuschuss (Code S25)
  • einer einzigen Sprechstunde nach der Geburt (Code S31)

Wenn in der ärztlichen Verschreibung die Frist, innerhalb welche die Behandlung begonnen werden soll, nicht vermerkt ist, muss die verschriebene Behandlung in den 30 Tagen nach Ausstellung der Verschreibung beginnen.

Einschränkungen

Die Krankenkasse übernimmt nur fünf "S14" Sprechstunden per Schwangerschaft (S14: Beratung während der Schwangerschaft: Vorbereitung auf Veränderungen während der Schwangerschaft und/oder Vorbereitung auf die Geburt, auf ärztliche Verschreibung, bei einer Mindestdauer von 45 Minuten).

Die Krankenversicherung übernimmt nur in den folgenden Fällen den Pauschalbetrag, der dem Code S26 der Nomenklatur der Leistungen von Hebammen entspricht:

  •  für Erstgebärende,
  •  bei Mehrlingsgeburten,
  •  im Falle einer vorzeitigen Entbindung,
  •  im Falle eines Kaiserschnittes,
  •  im Falle einer Totgeburt.

(S26: Pauschalbetrag für komplexe postpartale Betreuung zu Hause, in einem Zeitraum von 21 Tagen nach der Geburt des Kindes, einschließlich Fahrtkostenzuschuss, auf ärztliche Verordnung.)

Von Hebammen ausgestellte Verschreibungen

Hebammen haben das Recht, auf eigene Verantwortung, einige Leistungen oder Versorgungsmaterialien zu verschreiben.

Hebammen können Verschreibungen für einige Medikamente ausstellen.

Hebammen können außerdem Leistungen aus der Nomenklatur der Laboratorien verschreiben.

Wenn die Verschreibung keine genaue Angabe zur Gültigkeitsdauer aufweist, müssen die verschriebenen Leistungen in einer Frist von 3 Monaten nach Ausstellung der Verschreibung erbracht werden.

Genehmigungen des kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherung

Leistungen, die nicht von der Nomenklatur vorgesehen sind

Wenn eine ärztliche Verschreibung Behandlungen vorsieht, die nicht in der Nomenklatur eingetragen sind, kann die besagte Leistung übernommen werden, wenn sie vorab vom kontrollärztlichen Dienst genehmigt wurde. Diese Genehmigung wird auf Anfrage der Hebamme, von Fall zu Fall, unter Vorlage eines ausführlichen ärztlichen Attests des behandelnden Arztes ausgestellt.

Zuschläge

Der Tarif für Leistungen, abgesehen von der Pflege zu Hause, kann erhöht werden um:

  • 25%, wenn die Behandlung:
    • Samstags nach 12.00 Uhr (Leistung wird durch ein „T“ ergänzt);
    • Sonntags (Leistung wird durch ein „D“ ergänzt);
    • an einem gesetzlichen Feiertag (Leistung wird mit einem „F“ ergänzt);
    • zwischen 20.00 und 22.00 Uhr (Leistung wird mit einem „G“ ergänzt) stattfindet.
  • 50%, wenn die Behandlung zwischen 22.00 und 07.00 Uhr (Leistung wird mit einem „N“ ergänzt) stattfindet.

Diese Zuschläge benötigen die Genehmigung durch den kontrollärztlichen Dienst der Sozialversicherung.

Verfallene Verschreibungen

Wenn ein Versicherter seine Behandlung nach der Gültigkeitsfrist der Verschreibung beginnen möchte, werden die Leistungen nur von der Krankenversicherung übernommen, wenn ein vorheriges Einverständnis des kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherung eingeholt wurde.

Hebammen weigern sich, Behandlungen durchzuführen, wenn sie den Verfall der Verschreibung feststellen. In diesem Fall informieren sie den Versicherten genauso wie den verschreibenden Arzt.

Entschädigung für missachtete Termine und außerordentliche Einschränkungen

Die Hebamme hat ein Anrecht auf eine Entschädigung für missachtete Termine, wenn der Versicherte zu einem vereinbarten Termin nicht erscheint oder wenn er sich zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt nicht an seinem Wohnsitz befindet, ohne dass er die Hebamme mindestens im Laufe des vorherigen Tages darüber informiert hat. Die Entschädigung wird nicht von der Krankenversicherung übernommen. Das gleiche gilt für die gegebenenfalls angefallenen Fahrtkosten.

Fahrtkosten

Zu den Fahrtkosten zählen der Reisekostenzuschuss sowie die Fahrtkosten pro Kilometer.

Die Fahrtkosten können nur für eine Fortbewegung außerhalb des Praxisstandortes in Rechnung gestellt werden, oder innerhalb dieser wenn die Fortbewegung einen Kilometer überschreitet. Allerdings sollen die in Rechnung gestellten Fahrtkosten die Kosten der tatsächlich zurückgelegten Strecke nicht überschreiten.

Die Fahrtkosten der Hebamme können übernommen werden, wenn:

  • der Arzt in der Verschreibung vermerkt, dass es dem Versicherten unmöglich ist, sich von seinem Wohnsitz zu entfernen;
  • die Fahrt auf luxemburgischem Gebiet stattgefunden hat. Eine Fortbewegung außerhalb der Grenzen wird nicht übernommen;
  • die Behandlung außerhalb des Krankenhauses stattgefunden hat.

Pflege der Hebammen im Ausland

Für die Erstattung der Hebammenleistungen im Wohnsitzland einer Grenzgängerin muss diese sich an ihre ortsansässige Kasse wenden. Diese Leistungen werden zu den vorgesehenen Bedingungen, Sätzen und Tarifen dieses Landes übernommen.

Hebammen, die ihre Niederlassung in Luxemburg haben, erbringen nur Leistungen innerhalb Luxemburgs.

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